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        Die Rückreise nach Berlin              
In Persien erkrankte Wilhelm Rieck an der Zuckerkrankheit. Wahrscheinlich litt er schon vorher an dieser Krankheit, die durch den Streß und die Todesangst beim Überfall von der Fahrt von Afghanistan nach Persien ausgelöst wurde. Die persischen Ärzte rieten ihm zur Rückkehr nach Deutschland, da Insulin in Persien nicht verfügbar war. So flog er von Teheran Richtung Berlin. Die genaue Reiseroute ist mir leider nicht bekannt.
                                         
Teheran Persien Iran aus der Luft
 
Teheran 1929 vom Flugzeug aus gesehen.
"Von oben schöner als von unten"
         
Ab 1927 hatte die Iran Airlines bei Junkers eine Anzahl F13 gekauft. Somit ist die wahrscheinlichkeit sehr groß, dass mein Urgroßvater seine Heimreise nach Berlin in einer F13 (wie hier abgebildet) antrat.
Junkers F13 Teheran Persien Iran
                                                 
 


 
 
         
   
Rechts sehen Sie noch einmal die Strecke die Wilhelm Rieck zurück gelegt hat.
 
 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
 
Grabstein Afghanistan
                                 
In seinem Besitz befand sich das (rechts) Hindenburgkreuz und der türkische Orden "Stern von Gallipoli". Diese Orden und sowie die Orden meines Großvaters Heribert Heppekausen, der den 2. Weltkrieg als Feuerwerker überlebte, wurden mir leider gestohlen. Wie Wilhelm Rieck zu diesem Orden kam und ob er in Gallipoli gekämpft hat, weiß ich leider nicht.
Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Konstrukteur für Spinnmaschinen in Berlin und lebte mit seiner Frau zumindest bis 1945 in Halle. Aus Afghanistan und Persien brachte er verschiedene Gebrauchs-gegenstände, die heute noch in unserer Familie in Gebrauch sind, und die hier veröffentlichten Fotoalben mit.
    Außerdem benutzte meine Großmutter oft den Ausdruck: "Inshallah".

        Neben diesen Erbschaften habe ich das Schachspiel von meiner Großmutter gelernt.

Wilhelm Rieck
   
Wilhelm Rieck starb mit
66 Jahren im Hungerjahr 1947 in Halle an der Saale.




         
 
Das war die Geschichte meines Urgroßvaters Wilhelm Rieck. Alles was mir meine Großmutter erzählt hat und was ich durch eigene Überlegungen heraus fand, habe ich hier aufgeschrieben. Ich habe versucht, so genau wie möglich zu sein, aber natürlich beinhaltet diese Geschichte große Lücken und Fehler. Viele Erinnerungen sind im Lauf der Zeit verloren gegangen. Der Verlust seines Tagebuchs ist eine Katastrophe! Aber wir können froh sein seine Fotoalben zu besitzen.
Bei der Betrachtung der Bilder habe ich mir oft überlegt was von den Gebäuden noch übrig geblieben ist. Die sehr nette Familie Grobba habe ich kennen gelernt. Aber was ist aus den anderen Personen geworden? Haben sie Nachfahren (wenn "Ja"  wo)? Wo ist z. B. das Gehöft, in dem die Deutschen untergebracht waren? Wurde es zerstört wie so vieles in Afghanistan? Was ist aus dem Adler geworden der von Herrn Maass für König Amanullah modelliert wurde? Steht er in einem Museum oder er bei einer Privatperson im Regal, ist er irgendwo verbuddelt oder liegen irgendwo seine Einzelteile verstreut im Schutt? Der Darulaman-Palast ist von deutschen und französischen Ingenieuren und Architekten erbaut worden. Wer waren die Franzosen? Warum tauchen sie weder in den Erzählungen von Dr. Gerber noch auf den Fotos aus? Gibt es Nachfahren? Was ist aus der Tochter von Herrn Maass geworden? Hat sie Enkel wie meine Großmutter? Wie waren die Beziehungen der anderen Personen in dieser Geschichte untereinander? Mit wem hatte er nach seiner Rückkehr noch Kontakt? Hat er sich gefragt, was aus seinen Fotoalben bzw. seinen Erinnerungen nach seinem Tod wird?

Meinem Urgroßvater bin ich durch die Arbeit an dieser Seite näher gekommen. Wenn ich einmal Darulaman und Kabul also Afghanistan besuchen sollte, wird es für mich eine sehr emotionale Reise werden. Der Gedanke bzw. das Gefühl, an der selben Stelle zu stehen wie er vor Jahrzehnten, als er das entsprechende Foto machte, geht sehr tief. Der Kreis würde sich schließen.
 
               
 
Gretel Heppekausen Tochter von Wilhelm Rieck an ihrem Geburtstag am 3. Februar 2003
 
Die Anfänge der Veröffentlichung dieser Geschichte auf der Seite der Armani Oberrealschule und das Einscannen der Fotoalben hat meine Großmutter noch mitbekommen. Auch die ersten Bilder des Darulaman-Palastes aus dem Internet haben sie sehr interessiert. Die Idee und Entstehung dieser Webseite hat Sie leider nicht mehr mitbekommen. Neun Monate vor der Veröffentlichung ist meine Großmutter gestorben. Ich weiß aber, dass sie dieses Projekt ausdrücklich begrüßt und gefördert hätte.
Ein paar Monate vor Ihrem Tod fragte ich sie, was Ihr Vater wohl davon gehalten hätte seine Geschichte und Fotos im (weltweiten) Internet zu sehen. Meine Großmutter überlegte lange und meinte dann: "Er würde das gut finden, aber wenn er heute sehen würde was aus dem Land geworden ist, wäre er sehr traurig!"